Bautagebuch

August 2016 Wer suchet der findet?!

Wer einmal den irrsinnigen Entschluss gefasst hat, seiner Familie ein eigenes Dach über dem Kopf errichten zu wollen, wird zunächst vor viele Fragen und Probleme gestellt. Während zu Beginn in der Planungsphase die Frage nach der möglichen Finanzierung immer der erste Schritt ist, geht nach Klärung dessen eigentlich erst alles los! Ein Krautsalat von Entscheidungen entpuppt sich und man muss immer wieder sortieren, um den Überblick zu behalten.

Zunächst stellt sich die Frage nach dem passenden Fleckchen Erde. Ist man räumlich festgelegt (Beruf/Familie/Kinder), muss es in einem bestimmten Ort sein, mitten drin oder lieber außerhalb, gut anfahrbar von der Autobahn oder doch ganz versteckt da, wo der Winterdienst nie hinkommt? Gibt man der Ruhe den Vorzug zu diesem Preis oder braucht man das ewige Gewühle und Gemurmel der Nachbarn um sich herum um sich wohlzufühlen und zu wissen, dass man nun Teil von Klatsch und Tratsch ist?

Spätestens jetzt – wo man sich einig wird, wo man leben möchte, taucht ein weiteres Problem auf – denn nicht jeder kann da wo er möchte und es ihm gefällt seine Zelte aufschlagen ^^. Ein Grundstück muss her – bebaut oder unbebaut, im Idealfall zumindest bereits mit allen Anschlüssen ausgestattet. Je festgelegter man ortstechnisch ist desto wahrscheinlicher ist es oft, dass es keine freien, leeren Baugrundstücke gibt und man ein bereits bebautes Grundstück kaufen wird. Da man aber in der Grundidee selbst bauen möchte und schon 1001 Gedanken im Kopf oder gar auf dem Papier skizziert hat, wie das Heim einmal aussehen soll, ist die Wahrscheinlichkeit, das Traumhaus plötzlich bereits gebaut vorzufinden, quasi gen null tendierend. Ist das passende Grundstück gefunden muss man sich also unter Umständen (ich gönne Ihnen, wenn es nicht so ist – warum erkläre ich später) mit dem Gedanken des Abrisses auseinandersetzen.

Aber was bedeutet das? Abreißen klingt ja schön und gut – doch mal eben ein Abrisskommando geholt und 2 Tage später ist alles platt? Nein. Zunächst einmal sollte man sich gerade außerhalb einer Ortschaft sicher sein, dass man nach dem Abriss dort auch wieder bauen darf – oder ob – man zumindest gewisse Anteile der Grundmauern stehen lassen müsste. Zum anderen muss ja nicht nur das Gebäude abgerissen werden sondern auch alle Bestandteile entsorgt werden. Bereits hier könnten sich die ersten Kostenfallen verstecken, wenn man nicht Bescheid weiß. Die Entsorgung von älteren Baustoffen kann unter Umständen ganz flott teuer werden, wie z.B. bei asbesthaltigen Baustoffen und dem früher häufiger verwendeten Dachdeckmaterial Eternit. Eine genaue Entsorgungskostenkalkulation ist deshalb vor Kauf des Grundstückes unabdingbar.

Zusätzlich kann man vor allem das Pech haben, dass das Haus noch bewohnt war bzw. verkommen ist – das heißt es muss erst einmal entrümpelt werden. Für manch einen fühlt sich das am Anfang vielleicht noch wie eine Schatzsuche an, aber glaubt mir, spätestens nach einem Tag ist es eher wie bei einer dubiosen Fernsehsendung, die unaufhaltsamen Sammlern allerlei Dinge dabei hilft, ihren Fußboden nach 16 Jahren das erste Mal wieder zu sehen. Und weiß Gott, wahre Schätze finden sich dabei selten. Meistens weiß man nur zu schätzen, wenn es endlich vorbei ist ^^.

Ist das Grundstück gefunden, das Haus entrümpelt, die Abrisskosten kalkuliert und der Abriss geplant, darf natürlich auch der Entwurf des neuen Hauses nicht fehlen.

Zwar hat jeder von uns Ideen, wie er was evtl. gern umsetzten würde, was aber im Alltag wirklich sinnvoll und praktisch und vor allem auch mit allen Bauvorschriften vereinbar und im Idealfall noch möglichst bezahlbar ist, kann kein Privatmensch ohne weiteres wissen. Hier rate ich dringend, vor dem Kauf einen guten Architekten mit ins Boot zu holen, der Erfahrung mit den Bauvorschriften in diesem Bereich hat. Mit ihm sind viele Fragen zu klären – wie viele Etagen? Wohnfläche? Zimmer? Verbindungen? Bäder? Wo wie viele und welche Fenster? Was für ein Dach? Welche Form der Beheizung? Passivhaus? Anschlüsse? Wärmedämmung? Klinker? Dachpfannen? Keller?

Viele Entscheidungen sind zu treffen und glauben Sie mir – Sie werden 25% davon im Laufe der Bauzeit bereuen oder ändern ^^ (nicht einkalkuliert die Entscheidungen für den Innenraum – Tapeten, Bodenbeläge usw. – die sicherlich schon manche Ehe entzweit haben!)

Steht ein Entwurf der Etagen und Räume mit dem Architekten und sind alle nötigen Genehmigungen da, kann es endlich losgehen!

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